Circle, 2000

Chima Sunada

*1944, in Tokyo, Japan

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Chima Sunada war eine der Künstlerinnen, die in der Gruppenausstellung "Concrete Experience" im Atrium des Badischen Kunstvereins vertreten waren. Alle dort präsentierten Arbeiten setzten sich mit den körperlichen Erfahrungen auseinander, die Konkrete Poesie sowohl bei den Poetinnen selbst als auch bei den Rezipient:innen auslösen kann. Für die künstlerische Praxis von Chima Sunada bedeutet das, dass sie während des Aktes des Schreibens den Wort- und Schriftzeichen eine neue Form gibt.
Bereits seit ihrer Kindheit widmete sich die japanische Künstlerin der Shodō- Kalligrafie, die den Vorgang des Schreibens mit seinen bewusst geführten und bestimmten Abfolgen in den Vordergrund stellt. Der japanische Name dieser Technik bedeutet übersetzt „Der Weg des Schreibens“. Sunada lässt diese traditionelle Kunstform nicht nur in ihre Arbeiten der Konkreten Poesie miteinfließen, sie beschreibt auch ihre künstlerische Vorgehensweise: Sie de- und rekonstruiert die sprachlichen Zeichen von Ideogrammen und Piktogrammen, also von Schriftzeichen und stilisierten Darstellungen von einzelnen Begriffen, solange, bis die beiden eine gegenseitige Verbindung einnehmen. Die so entwickelte Schreibweise eines Wortes wird das Abbild seiner ihm eigenen Bedeutung. In der für den Kunstverein zur Verfügung gestellten Jahresgabe visualisiert die Künstlerin das Wort “Kreis”.

Circle, ca. 2000
Siebdruck auf Papier
40 × 60 cm
Auflage: 1/10
800€